Stadtentwicklung

Berlins Mitte wächst am stärksten

Der Innenstadtbezirk hat die meisten Zuzüge, aber auch die Ränder der Stadt boomen

Berlin wächst überall, aber nicht in jedem Teil der Stadt gleich stark. In den vergangenen fünf Jahren seit 2009 stieg die Bevölkerung im Bezirk Mitte mit neun Prozent fast doppelt so stark an wie in der Stadt insgesamt, wo die Zahl der Einwohner um 5,1 Prozent zugenommen hat. Mit 3,562 Millionen waren am 31. Dezember 2014 192.500 Personen mehr als Ende 2009 in Berlins Meldeämtern registriert. Allein für das vergangene Jahr haben sich 44.742 Personen mehr in Berlin an- als abgemeldet. Die neuen Zahlen zum Wachstum der Bezirke teilte das Statistische Landesamt der Berliner Morgenpost am Freitag mit.

Neuberliner drängt es aber nicht nur in die Mitte der Stadt. Auch Bezirke wie Pankow und Neukölln wachsen mit 6,7 beziehungsweise 6,0 Prozent deutlich stärker als der Berliner Durchschnitt. In den Jahren vor 2009 registrierten die Berliner Statistiker nur eine geringe Zunahme von jeweils unter 10.000 Personen pro Jahr. In Bezirken wie Spandau, Reinickendorf, Marzahn-Hellersdorf oder Tempelhof-Schöneberg gab es über mehrere Jahre seit 2003 sogar ein absolutes Minus an Bürgern. Aber dieser Trend hat sich überall in der Stadt umgedreht. Auch in den Außenbezirken wächst Berlin. So registrierte Spandau seit 2009 ein Einwohnerplus von 5,6 Prozent, Lichtenberg erreichte 5,9 Prozent. Aber auch Reinickendorf und Marzahn-Hellersdorf legten um 4,9 beziehungsweise vier Prozent zu. Das mag daran liegen, dass viele Familien angesichts steigender Mieten in der Innenstadt an den Rand ausweichen.

Am wenigsten dynamisch verändert sich die Stadt in den alten und einigermaßen gut situierten Westbezirken Steglitz-Zehlendorf mit einem geringen Zuwachs von 2,6 und in Tempelhof-Schöneberg mit noch geringeren 1,9 Prozent. Die City-West mit Charlottenburg-Wilmersdorf und Treptow-Köpenick wuchsen ebenfalls unterdurchschnittlich. Wobei der flächenmäßig größte Bezirk im Südosten im Kommen ist, weil hier besonders viele Neubauvorhaben umgesetzt werden. Schon im Laufe des vergangenen Jahres hat sich Treptow-Köpenick mit 1,4 Prozent plus unter den Bezirken weiter nach vorne geschoben.

Die meisten neuen Berliner kommen aus dem Ausland. Besonders stark nahm 2014 die Zahl der Bulgaren (3000), Syrer (2700), Italiener (2500) und Polen (2200) zu.