Wohnungsmarkt

Rentner raus – Familien rein?

Gewerkschaft fordert Prämie fürs Ausziehen aus großen Wohnungen

Es ist kalt draußen, ab und an schneit es, im Fernsehen tragen die Fußballspieler Trikots mit langen Ärmeln, es kann also gar nicht Sommerloch sein. Das denkt man nämlich als Erstes, wenn man morgens in der „Bild“-Zeitung das hier liest: Ein Gewerkschafter fordert, dass alte Menschen aus ihren großen Wohnungen ausziehen sollen – damit junge Familien dort einziehen können.

Robert Feiger, Chef der Gewerkschaft IG Bau, schlägt eine Umzugsprämie für Senioren vor, um sie zu einem Wechsel in kleinere Wohnungen zu motivieren. „Viele Senioren sitzen im Alter in ihren großen Wohnungen fest, viele Familien müssen dagegen in viel zu kleinen Wohnungen wohnen“, sagte Feiger. „Diesen Missstand müssen wir beheben.“ Der Gewerkschafter kann sich vorstellen, umzugswilligen Senioren für Umzugshelfer, Maklerkosten und Renovierung der alten Wohnung bis zu 5000 Euro staatliche Prämie zu zahlen. Bundesbauministerin Barbara Hendricks(SPD) hält nichts von der Idee.

Und dafür gibt es gute Gründe. Eine solches Umzugsprogramm wäre bürokratisch. Mit einer Prämie von 5000 Euro wäre es zudem nicht getan – eine neue Wohnung muss ja nicht billiger sein, viele Senioren haben alte, günstige Mietverträge.

Und: Solche Vorschläge können Senioren beleidigen, die gern in ihrem Kiez wohnen bleiben wollen. Die Idee von Feiger ist also sicher nicht dafür geeignet, die Wohnungsnot in Großstädten zu lindern. Aber gut, dass wir mal wieder drüber geredet haben.