Frühkritik

Deutsche Oper: Jubel für „Lady Macbeth von Mzensk“

Eine ziemlich glitschige Angelegenheit ist diese „Lady Macbeth von Mzensk“, die Sonntagabend in der Deutschen Oper Berlin Premiere feierte.

Weil Regisseur Ole Anders Tandberg die Geschichte um die Mörderin aus Not aus dem zaristischen Russland in seine Heimat Norwegen verlegt, handeln die Menschen hier nicht mit Korn, sondern mit Fisch. Pikanter Nebeneffekt: Während die rohen Arbeiter an die Diktatur des Proletariats erinnern, sind die dicken Dorsche auch ein Symbol fürs männliche Geschlecht. Dmitri Schostakowitschs geniale Oper von 1934 hält das aus. Auf der Bühne herrscht dank intensiver Spiel- wie Gesangsleistungen höchste Spannung. Wie auch im Graben, wo unter Donald Runnicles die Leidenschaften peitschen. Am Ende frenetischer Jubel für eine phänomenale Evelyn Herlitzius in der Titelpartie.