Terror

Die Welt trauert mit Frankreich

Schweigeminute nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“. Die Polizei jagt die Täter

Nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ haben Menschen überall auf der Welt der Opfer gedacht. In Paris, Berlin und vielen anderen Städten gab es um 12 Uhr mittags eine Schweigeminute. Den ganzen Donnerstag über kamen Menschen in Berlin zur französischen Botschaft nahe dem Brandenburger Tor, um Blumen und Kerzen niederzulegen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trug sich in ein Kondolenzbuch ein. „Unser Mitgefühl gilt den Bürgerinnen und Bürgern Frankreichs, besonders den Opfern dieses barbarischen Anschlags“, schrieb sie. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ordnete bis Sonnabend bundesweite Trauerbeflaggung an.

In ganz Frankreich läuft unterdessen eine Großfahndung nach den beiden Hauptverdächtigen, die am Mittwoch mit Kalaschnikows die Redaktionsräume der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris gestürmt hatten. Die Polizei verfolge eine heiße Spur im Norden des Landes, hieß es aus Ermittlerkreisen. Nach dem Fund von Molotowcocktails, einer islamistischen Flagge und einem Stirnband in einem Fluchtwagen in Paris geht die Polizei davon aus, dass die 32 und 34 Jahre alten Brüder Chérif und Said Kouachi weitere Anschläge geplant hatten. Die beiden Männer stammen aus Paris und haben die französische Staatsbürgerschaft. Der mutmaßliche, erst 18 Jahre alte Komplize Hamid Mourad stellte sich bereits am Mittwoch den Ermittlern. Die Polizei nahm zugleich neun Verdächtige aus dem Umfeld der Terroristen in Gewahrsam.

Für neue Angst sorgte eine Schießerei im Süden von Paris am Donnerstagmorgen, bei der ein Unbekannter eine Polizistin tötete und einen Polizisten verletzte. Zunächst gab es aber keine Hinweise darauf, dass die Taten zusammenhängen. Außerdem wurden in zwei französischen Gemeinden eine Moschee und ein islamischer Gebetsraum beschossen. Verletzt wurde dabei jedoch niemand.

Die nächste Ausgabe von „Charlie Hebdo“ soll auch nach dem Anschlag auf die Redaktion in der kommenden Woche erscheinen. Geplant ist eine Veröffentlichung am Mittwoch, dem üblichen Erscheinungstag. Der Verlag kündigte eine Auflage von einer Million Exemplaren an. „Charlie Hebdo“ erscheint sonst mit rund 60.000 Exemplaren. Mehrere französische Medien haben Unterstützung für das Magazin zugesagt.