Parteien

Neustart in Magenta

Ein Farbtupfer im Parteilogo soll die FDP wieder nach oben bringen

Ein frischer Farbtupfer im Logo und Neubesinnung auf liberale Werte: Auf dem traditionellen Dreikönigstreffen hat FDP-Chef Christian Lindner seiner kriselnden Partei Zuversicht für die Wahlen im Jahr 2015 einzuhauchen versucht. In seiner mit viel Applaus bedachten Rede in Stuttgart nahm sich Lindner die „sozialdemokratische Politik“ der großen Koalition ebenso vor wie die islamfeindlichen Ressentiments der Pegida-Bewegung und der AfD.

Die FDP hat ein schwieriges Jahr hinter sich: Nach dem historischen Ausscheiden aus dem Bundestag vor anderthalb Jahren schied sie 2014 auch aus drei Landesparlamenten aus. In Umfragen verharrt die einstige Regierungspartei bei einer Zustimmung zwischen zwei und drei Prozent. Bei den Wahlen in Hamburg und Bremen in diesem Jahr droht sie den Einzug in die Parlamente zu verpassen.

Das Dreikönigstreffen sollte nach dem Wunsch der Parteispitze den Schlusspunkt eines zähen Aufarbeitungsprozesses bilden: Auf mehr als 300 Veranstaltungen hatte diese im vergangenen Jahr mit der Basis über die neue thematische Ausrichtung diskutiert. Die Parteiführung um den Vorsitzenden Lindner will die FDP vom Image der auf Steuerfragen verengten Partei befreien. Auf deutliche Distanz ging der FDP-Chef zugleich zur Pegida-Bewegung, die seit Wochen gegen eine angebliche Islamisierung des Abendlands protestiert. Er frage sich: „Welches Abendland verteidigen die da eigentlich?“ Das Abendland, „das ich kenne, es ist geprägt von der Kultur der Aufklärung“.

Lindner stellte in Stuttgart auch ein neues Parteilogo vor, in dem die Farbe Magenta für die Modernisierung der Partei stehen soll.