Unglück

Inferno auf Fähre: Dramatische Rettungsaktion in der Adria

Zwei Unglücke erschüttern die Welt: Ein Schiff brennt, in Asien verschwindet ein Flugzeug

Am Sonntag haben zwei Katastrophen die Welt erschüttert: Ein Flugzeug von Air Asia mit 162 Menschen an Bord verschwand auf dem Weg von Indonesien nach Singapur, und vor der griechischen Insel Korfu fing eine Adriafähre mit knapp 500 Menschen an Bord Feuer.

Hunderte Menschen mussten stundenlang auf der brennenden Fähre ausharren und warteten verzweifelt auf Hilfe. Die Retter kamen bei stürmischem Wind zunächst nicht an Bord. Bis zum Abend gelang es nach Angaben der griechischen Küstenwache, mehr als 190 Menschen zu retten, darunter mehrere Kinder. Ein Mensch wurde tot geborgen. An Bord der „Norman Atlantic“ waren auch 18 Deutsche. Die meisten Passagiere stammen aus Griechenland. Das Schiff der griechischen Anek Lines war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien. Vermutlich entzündete sich das Feuer in den frühen Morgenstunden im Autodeck. Der Grund dafür blieb zunächst unklar. Das Feuer breitete sich schnell über das Schiff aus, Augenzeugen schilderten im griechischen Rundfunk die Hitze und die Verzweiflung an Bord. „Der Boden brannte, als wir zum Rettungsboot gingen“, sagte eine der Geretteten.

Das Schiff befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 44 Seemeilen nordwestlich von Korfu. Eine andere Adriafähre und mehrere Frachter, die in der Nähe waren, eilten zu Hilfe. Am Nachmittag teilte das griechische Ministerium für Handelsschifffahrt mit, die Menschen würden einzeln ausgeflogen. Zwei gerettete Frauen, eine davon schwanger, und drei Kinder kamen in ein Krankenhaus in der süditalienischen Region Apulien. Die Kinder seien halbnackt im Wasser gewesen und litten an Unterkühlung, es gehe ihnen aber den Umständen entsprechend gut. Die Eltern von zwei anderen geretteten Kindern seien noch auf der „Norman Atlantic“.

Passagiere meldeten sich via Handy und schilderten im Radio ihre Notlage. „Niemand kann etwas machen“, sagte ein Mann an Bord dem griechischen Radiosender Skai. Die zur Rettung herbeigeeilten Schiffe kämen wegen der schweren See nicht heran. Rettungsboote seien abgetrieben worden, bevor Menschen hätten einsteigen können. „Die Leute sind verzweifelt und schreien“, sagte ein weiterer Passagier im Fernsehen.

Funkkontakt abgebrochen

Ebenfalls am Sonntag verschwand ein malaysisches Passagierflugzeug mit 162 Menschen an Bord auf dem Weg von Indonesien nach Singapur. Die indonesischen Fluglotsen verloren am Sonntagmorgen eine Stunde nach dem Start von der Insel Java den Kontakt zu dem Airbus der Billigfluggesellschaft Air Asia. Kurz zuvor hatte der Pilot wegen schlechten Wetters um eine Änderung der Flugroute gebeten, dies wurde ihm aber verweigert. Berichten zufolge gab es zum Zeitpunkt des Verschwindens des Flugzeugs schwere Stürme in der Region. Ein Notsignal setzte die Maschine nicht ab.

Die indonesische Luftwaffe entsandte sieben Suchflugzeuge und Hubschrauber sowie zehn Schiffe. Elf Stunden nach Verschwinden der Maschine wurde die Suche bei Einbruch der Dunkelheit ergebnislos unterbrochen. Sie sollte am Montagmorgen fortgesetzt werden, wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Jakarta ankündigte. Die Armee sollte zudem auch auf den umliegenden Inseln eine Suchaktion starten. An Bord von Flug QZ8501 waren nach Angaben der Fluggesellschaft sieben Besatzungsmitglieder und 155 Passagiere, darunter 16 Kinder und ein Baby. Die meisten Insassen waren Indonesier. Außerdem seien drei Südkoreaner, ein Malaysier, ein Singapurer, ein Brite und der französische Kopilot an Bord gewesen.

In Singapur und am Startflughafen Surabaya warteten besorgte Angehörige der Passagiere auf Nachrichten von der Maschine. Eine Frau sagte, an Bord seien sechs ihrer Familienmitglieder gewesen. Indonesiens Präsident Joko Widodo erklärte, er „bete für die Sicherheit“ der Insassen der Maschine.