Untersuchungsausschuss

Edathy legt nach

Der Ex-SPD-Politiker bezichtigt ehemalige Parteifreunde der Lüge

Nach seiner mehrstündigen Vernehmung im Untersuchungsausschuss des Bundestages hat der frühere SPD-Abgeordnete Sebastian Edathy noch einmal nachgelegt. Auf seiner Facebook-Seite bezichtigte er am Freitag den SPD-Abgeordneten Karl Lauterbach der Lüge. Dieser hatte am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“ gesagt, er habe Edathy im vergangenen Februar medizinische Hilfe angeboten. Edathy schrieb dazu: „Ist schlicht gelogen. Und das auch noch völlig ohne Not.“

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann widersprach unterdessen Darstellungen Edathys, er habe ihn über seinen Büroleiter zum Mandatsverzicht gedrängt. „Ich habe mein Wissen über den Fall Edathy bis zu dessen Mandatsniederlegung keinem meiner Mitarbeiter anvertraut“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Angesichts der anhaltenden Widersprüche und gegenseitigen Anschuldigungen sieht der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach nun die große Koalition belastet. „Das Vertrauen ist ein gutes Stück weit abhandengekommen“, sagte Bosbach am Freitag im Deutschlandfunk. Der Untersuchungsausschuss zu der Affäre hatte am Donnerstag zwölf Stunden lang getagt.