Umweltschutz

Heiße Luft und saurer Regen

UN-Klimagipfel endet mit vagem Kompromiss zu Treibhausgasen

Es ist ein Minimalkonsens mit vielen Fragezeichen: Nach zähem Ringen haben die Teilnehmer des UN-Klimagipfels in Lima am Sonntag einen Kompromiss über die Reduzierung der Treibhausgasemissionen erzielt. Nach langen Verhandlungen einigten sich die Mitgliedstaaten auf Eckpunkte für einen neuen Weltklimavertrag. Dabei handelt es sich jedoch eher um eine Wunschliste. Umweltverbände zeigten sich enttäuscht.

„Das Dokument ist verabschiedet“, sagte Perus Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal, der als Gastgeber die Verhandlungen leitete. Erleichterter Applaus der erschöpften Delegierten brandete auf. Insgesamt wurde in Lima zwei Wochen lang um eine Lastenteilung zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern bei der CO2-Reduzierung gerungen. Schließlich wurde ein Textentwurf beschlossen, der als Grundlage für die Verhandlungen dienen soll, die beim UN-Klimagipfel in Paris im Dezember 2015 zum Abschluss eines neuen verbindlichen Klimaabkommens ab 2020 führen sollen. Bei den Vorgaben für die nationalen CO2-Reduktionsziele bleibt die Erklärung jedoch vage. Die Staaten sollen möglichst bis März Einsparungsziele darlegen und Klimaschutzmaßnahmen vorschlagen. Ziele dürfen dabei individuell festgelegt werden. Olaf Tschimpke, Chef des Naturschutzbunds Deutschland, beklagte, die Staatengemeinschaft habe in Lima „unzählige Chancen ungenutzt liegen lassen“. Die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad werde so nicht erreicht.