Fluggesellschaften

Lufthansa startet neue Billigflieger

Aufsichtsrat genehmigt Konzept. Piloten streiken heute schon wieder

Die Lufthansa setzt beim Ausbau ihres Billigangebots komplett auf die Marke Eurowings. Die bereits bestehende Tochtergesellschaft erhält größere Flugzeuge und soll künftig kostengünstige Direktflüge sowohl innerhalb Europas als auch auf der Langstrecke anbieten, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung in Frankfurt ankündigte. Lufthansa will so anderen europäischen Billigfliegern die Stirn bieten. Die günstigere Kostenstruktur soll durch geringere Personalkosten bei Piloten und Kabinen-Crew sowie für Wartung und Flugbetrieb erreicht werden.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat unterdessen kurzfristig einen erneuten Streik auf der Langstrecke für diesen Donnerstag angekündigt. Die Lufthansa strich deshalb mehr als die Hälfte ihres Langstreckenangebots. 37 der geplanten 72 Abflüge in Frankfurt und München fallen aus, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. 24 Verbindungen sollen am Donnerstag abheben, und weitere elf Flüge werden am Freitagmorgen später fliegen.

In dem Tarifkonflikt geht es um die Übergangsrenten der 5400 Piloten, aber im Hintergrund auch um den künftigen Kurs des Dax-Konzerns mit dem Ausbau des Billigangebots. Die Vereinigung Cockpit äußerte zwar scharfe Kritik am Billig-Konzept, will es aber nach den Worten ihres Sprechers Jörg Handwerg „nicht wegstreiken.“ Zur Frage der Übergangsversorgung für die Piloten bot die Lufthansa am Mittwoch eine Schlichtung an. Die Vereinigung Cockpit will dieses Angebot in der kommenden Woche prüfen, wie ein Sprecher sagte.