Kriminalität

Dealer ohne Fahrrad

Polizei knackt das Warnsystem der Drogenhändler im Görlitzer Park

– Sie beobachtete die Dealer über einen längeren Zeitraum hinweg – und stellte auf diese Weise fest, warum es mitunter so schwer ist, die Täter zu überführen: Die Drogenhändler arbeiteten nämlich mit einem Vorwarnsystem, um den Beamten zu entgehen. Rund um den Görlitzer Park hatten sie Komplizen mit Fahrrädern platziert, die schnell Bescheid gegeben haben, wenn die Polizei anrückte – und flohen. Laut Polizeisprecher Stefan Redlich haben Beamte während einer Razzia im Görlitzer Park jetzt insgesamt zwölf Fahrräder beschlagnahmt und sichergestellt.

Bis die von Innensenator Frank Henkel (CDU) angekündigte Task-Force ihre Arbeit gegen den Drogenhandel aufnehmen kann, will die Polizei verstärkt im Görlitzer Park unterwegs sein, um das Sicherheitsgefühl dort zu erhöhen. Außerdem soll es tägliche Kontrollen geben. Es gehe darum, den Drogenhandel für Dealer und Kunden gleichermaßen unattraktiv zu machen, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt, der am Mittwochabend selbst in den Görlitzer Park gekommen war. Zugleich waren etwa 70 Beamte einer Hundertschaft mit Drogenspürhunden im Einsatz. Sie kontrollierten mutmaßliche Dealer und suchten in dem von Spezialfahrzeugen ausgeleuchteten Park nach Drogenverstecken. Schon am Dienstag war ein Großaufgebot im Einsatz. 60 Beamte haben dabei 106 Menschen überprüft und 49 Platzverweise ausgesprochen. Sie beschlagnahmten 89 Drogentütchen mit jeweils 50 Gramm Marihuana sowie 380 Euro Bargeld. Von zwei Drogenhändlern wurden die Personalien aufgenommen.