Frühkritik

Simon Rattle gibt eine kantige Neunte bei den Philharmonikern

Zu den Feierlichkeiten des Mauerfalls vor 25 Jahren lässt Simon Rattle von den Philharmonikern einen Beethoven spielen, der kantiger und charismatischer kaum sein könnte.

Nicht alles ist in dieser Neunten Sinfonie präzise koordiniert, aber das macht nichts. Das Orchester betont das Raue des Klangs – welches jedoch die Freude, die in Schillers Schlusschor aufscheint, besonders unverfälscht erscheinen lässt. Reizvoll ist der erste Teil mit einem Stabat Mater des polnischen Atheisten Karol Szymanowski aus dem Jahr 1926. Eine Komposition in kühlen Linien, welche hier wirkungsvoll als Botschaftsmusik des Nachbarlandes dient, das für die deutsche Wiedervereinigung eine so wichtige Rolle spielte. Die ausführliche Kritik folgt morgen.