Steuern

Die Luxemburg-Connection

Großkonzerne haben offenbar Milliarden gespart. Druck auf Juncker

Deutsche und internationale Konzerne drücken mit Unterstützung Luxemburgs ihre Steuerlast in Milliardenhöhe. Das Großherzogtum soll über Jahre äußerst komplizierte Finanzkonstruktionen gebilligt haben. Manche Unternehmen hätten dadurch legal auf Gewinne teilweise weniger als ein Prozent Steuern gezahlt, berichteten „Süddeutsche Zeitung“, WDR und NDR am Donnerstag. In monatelangen Recherchen deckten sie auf, dass Topkonzerne wie Ikea, Amazon, Pepsi, Apple, E.on oder die Deutsche Bank im großen Stil die Luxemburg-Connection nutzten.

Pikant ist, dass viele der Praktiken in die Zeit fielen, als der neue EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Premierminister Luxemburgs war. Unter ihm stieg das Land zum zweitgrößten Investmentzentrum der Welt nach den USA auf. Juncker steht seit Anfang November an der Spitze der Kommission. Damit führt er nun die Behörde an, die gegen Luxemburg ermittelt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kritisierte fragwürdige Steuerkonstruktionen von Konzernen mithilfe auch von EU-Staaten, ohne direkt auf die von Luxemburg genehmigten Steuergestaltungen einzugehen. „Es kann ja nicht sein, dass sich wenige auf Kosten Vieler bereichern“, sagte er. Dies gelte für Staaten wie Unternehmen, für Kleine wie Große. SPD-Finanzexperte Carsten Schneider verlangte Aufklärung von Juncker. Dieser müsse sagen, was er von den Handlungsweisen der Behörden seines Landes gewusst habe.