Sozialpolitik

Flüchtlinge müssen ausziehen

Hauptmann-Schule wird vorerst nicht geräumt – zumindest nicht heute

Die von rund 45 Flüchtlingen bewohnte Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg wird nicht am Freitag auf Wunsch des Bezirks geräumt. „Die Frist, die wir den Flüchtlingen zum Auszug gesetzt haben, läuft erst um Mitternacht aus“, sagte Bezirkssprecher Sascha Langenbach am Donnerstag. Dann werde nicht um 00.01 Uhr die Polizei um Amtshilfe gebeten.

„Unser Ziel bleibt es nach wie vor, die Schule friedlich zu räumen, das heißt, dass die Flüchtlinge freiwillig das Gebäude verlassen“, betonte Langenbach. Das Bündnis „Zwangsräumung Verhindern“ kündigte am Donnerstag zugleich Widerstand gegen eine Räumung der Schule „am Tag X“ an. Es forderte den Bezirk auf, Wort gegenüber den Flüchtlingen zu halten. Auch ein Bündnis aus Künstlern, Theatern und Flüchtlingsorganisationen protestierte dagegen, dass Flüchtlinge per Zwang in die Obdachlosigkeit entlassen werden sollen. Das breche das Abkommen mit den Flüchtlingen, kritisierten die Unterzeichner. Dazu gehören das Gorki Studio, das Grips-Theater, das Ballhaus Naunynstraße oder das ökumenische Bündnis Asyl in der Kirche.