Tarifkonflikt

Lokführer bestreiken Fernzüge und S-Bahn das ganze Wochenende

Hiobsbotschaft für Wochenendpendler und Fernreisende – gerade zu Beginn der Herbstferien in Berlin und Brandenburg: Mit einem zweitägigen Streik wollen die Lokführer der Gewerkschaft GDL an diesem Wochenende den Bahnverkehr in Deutschland lahmlegen.

In sechs weiteren Bundesländern beginnen die Ferien, in zwei gehen sie zu Ende. Im Güterverkehr traten die Lokführer bereits am Freitagnachmittag in den Streik. Ihre Kollegen vom Personenverkehr wollten am Sonnabend um 2 Uhr folgen. Der Streik soll bis Montag 4 Uhr dauern.

Die Streikaktion ist die bisher längste in dieser Tarifrunde. Die Deutsche Bahn warf der Gewerkschaft vor, „Amok“ zu laufen und Millionen von Menschen „nur wegen Machtgelüsten“ die Ferien zu verderben. Zugleich warnte der Konzern vor massiven Einschränkungen für Reisende. Er reagierte schon am Nachmittag mit einem Ersatzfahrplan. Es soll erreicht werden, dass immerhin ein Drittel der Züge fahren kann. Wenige Stunden vor Streikbeginn versuchte die Bahn noch, die GDL mit einem neuen Angebot zur Absage zu bewegen. Die Gewerkschaft wies die Offerte jedoch am späten Abend zurück.

Berliner und Brandenburger können im Nahverkehr auf Busse und Straßenbahnen ausweichen, in Berlin zudem auf die U-Bahn. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gehören dem Land und sind deshalb von dem Streik bei der Bahn-Tochter S-Bahn nicht betroffen. Bei Bedarf sollen längere U-Bahn- und Straßenbahnzüge fahren. Beim jüngsten Streik am Mittwoch und Donnerstag hatte die BVG nach eigener Schätzung bis zu 60 Prozent mehr Fahrgäste.

Am Flughafen Tegel legte am Freitag zugleich ein Teil der Mitarbeiter der Firma GlobeGround spontan ihre Arbeit nieder. Zunächst hatten am Morgen 16Beschäftigte vom Check-in und Gepäckservice für zwei Stunden ohne Ankündigung gestreikt. Am Mittag startete eine weitere Streikwelle.