Ukraine-Konflikt

Merkel trifft Putin – und ist enttäuscht

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht auch nach stundenlangen Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin keinen Durchbruch zur Lösung der Ukraine-Krise.

„Wir haben in einigen Detailfragen durchaus Annäherungen. Aber der zentrale Punkt ist, ob die territoriale Integrität der Ukraine wirklich geachtet wird“, sagte Merkel am Freitag beim Asien-Europa-Gipfel (Asem) in Mailand. Hier sei entscheidend, dass die geplanten Wahlen in der gesamten Ukraine nach ukrainischem Recht stattfinden. Die prorussischen Separatisten planen, eigene Abstimmungen in den von ihnen kontrollierten Gebieten in der Ostukraine abzuhalten. „Hier kann ich bisher keinerlei Durchbruch erkennen“, sagte Merkel, die mit Putin in der Nacht zu Freitag zweieinhalb Stunden verhandelt hatte. Erste Fortschritte gab es hingegen im Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland. Beide Länder haben sich nach den Worten Putins auf die Bedingungen für Lieferungen „zumindest im Winter“ verständigt. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko schätzte die Lage allerdings anders ein: „Ich kann sagen, dass wir einen gewissen Fortschritt gemacht haben, aber einige Details müssen noch diskutiert werden“. Russland hat der Ukraine wegen Milliardenschulden im Juni das Gas abgestellt.