Medizin

Familienplanung mit Facebook

Soziales Netzwerk zahlt Mitarbeiterinnen das Einfrieren der Eizellen

Wenn es ein Stichwort gibt, das die familienpolitische Debatte der letzten Jahre am meisten geprägt hat, dann dieses: Wahlfreiheit. Beim Kitaplatzausbau, aber auch beim Streit ums Betreuungsgeld ging es stets darum, jungen Eltern die freie Entscheidung darüber zu ermöglichen, wie sie ihre Kinder aufziehen: fremd- oder selbst betreut, mit Karriere oder ohne.

Während es in Deutschland in Trippelschritten vorangeht, wirkt fast revolutionär, was die US-Unternehmen Facebook und Apple Mitarbeiterinnen anbieten: Um den Widerspruch zwischen Kindern und Karriere auszuräumen – und Wahlfreiheit zu bieten –, übernehmen sie die Kosten für das Einfrieren von Eizellen. Frauen können sich so erlauben, das Kinderkriegen um Jahre aufzuschieben, und sich auf die Arbeit konzentrieren. Rund 15.000 Euro kostet die Prozedur – je länger die Eizellen gelagert werden, desto teurer wird es. Doch so progressiv die „Social Freezing“ genannte Methode klingt, so sehr regt sich Kritik – vor allem im Netz. So titelte der Blog „Gawker“, Apple und Facebook bezahlten, „damit Frauen nie aufhören zu arbeiten“. Die Unternehmen entgegnen, die Maßnahme sei nur ein Teil der Sozialleistungen für Familien. Bei Facebook bekämen Mitarbeiter nach der Geburt eines Kindes vier Monate bezahlten Urlaub und eine zusätzliche Zahlung von 4000 US-Dollar, so eine Sprecherin. Außerdem gebe es subventionierte Kinderbetreuung. Die Kosten für das Einfrieren von Eizellen übernimmt Facebook bereits seit Jahresbeginn. Apple folgt 2015.