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Die Post hat sich bei der SPD verzählt

Beteiligung beim Votum zur Wowereit-Nachfolge ist geringer als gedacht

Die Teilnahme der 17.000 Berliner Sozialdemokraten an der internen Wahl des neuen Regierenden Bürgermeisters ist weniger lebhaft als angenommen. Die Deutsche Post musste nach Angaben des SPD-Landesverbandes beichten, dass sie sich bei der Übermittlung der Zahlen geirrt hatte. Statt der am Montag genannten 8788 Stimmen sind erst 7692 Wahlbriefe eingegangen und lagern bei der Post. Damit haben 44,7 Prozent statt der zunächst angenommenen knapp 60 Prozent ihre Stimme für einen der drei Kandidaten Michael Müller, Raed Saleh und Jan Stöß abgegeben. Die Partei hofft, dass sich mehr als die Hälfte der Mitglieder an dem Votum beteiligt.

Die Post habe sich für den Fehler entschuldigt, sagte Landesgeschäftsführer Dennis Buchner. Die SPD habe weder auf das Postfach Zugriff noch einen eigenen Überblick über die eingehenden Stimmen. Man sei deshalb auf die korrekte Angabe von Zwischenständen angewiesen. „Ich bin über diesen Fehler der Deutschen Post hoch verärgert“, sagte Buchner. Die Partei erwarte „höchste Sorgfalt im Umgang mit unserem Mitgliedervotum“. Dies habe er auch dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post, Frank Appel, mitgeteilt. Die SPD behalte sich rechtliche Schritte vor.

Für die Partei ist der Vorgang keine Petitesse. Zuletzt hatte sie die vermeintlich hohe Beteiligung als Beleg für den Erfolg des Mitgliedervotums gewertet. Amtsinhaber Klaus Wowereit will am 11. Dezember zurücktreten. Das Ergebnis des Votums über seinen Nachfolger soll am 18.Oktober bekannt gegeben werden.