Konjunktur

Berlins Kreative kurbeln Job-Motor an

Die Umsätze der kreativen Unternehmen sind seit 2009 um 28 Prozent gestiegen

Designer, Software-Entwickler, Musiker, Spiele-Erfinder, Künstler, Schauspieler, Werber, Autoren und Architekten prägen das Stadtbild und das Klima in weiten Teilen Berlins. Diese Kreativen sind aber in den vergangenen Jahren auch zum dynamischsten Wirtschaftszweig der Stadt geworden. Vor allem die boomenden Sektoren der Computerspiele und des Designs haben dafür gesorgt, dass die Kreativwirtschaft inzwischen in Berlin jeden zehnten Euro umsetzt. 28.200 Unternehmen meldeten im Jahr 2012 einen Umsatz von 16,6 Milliarden Euro. Hinzu kommen die Einkünfte einer großen Zahl von Kleinstfirmen, die weniger als 17.500 Euro pro Jahr bewegen. Die Bruttowertschöpfung der kreativen Branchen ist inzwischen so groß wie die der Berliner Industrie und so groß wie die von Handel und Gastgewerbe zusammen.

Das geht aus dem dritten Kreativwirtschaftsbericht des Senats hervor, der der Morgenpost vorliegt. Das Wachstum der vergangenen Jahre ist deutlich. Seit dem letzten Bericht mit Zahlen von 2009 stieg der Umsatz um 3,6 Milliarden Euro oder 28 Prozent an. Das entspricht einem Plus von sieben Prozent pro Jahr. Herausragend positiv haben sich die Bereiche Design, Kunstmarkt, Musik und Games entwickelt. Die Designwirtschaft hat in den vergangenen vier Jahren ihre Erlöse verdoppelt. Das Geschäft mit der Kunst wuchs um 56 Prozent, die Musikwirtschaft kommt mit einem Zugewinn von 60 Prozent aus der jahrelangen Krise. Und die Software- und Spieleentwickler legten um 50 Prozent zu, das entspricht einem Umsatzplus von 900 Millionen Euro. Aber auch die Sektoren Buch, Werbung und darstellende Kunst wuchsen um mehr als 20 Prozent. Leichte Umsatzeinbußen verzeichneten die Filmwirtschaft, die Presse und die Architekten.

Seit 2009 sind fast 30.000 neue Jobs in der Berliner Kreativwirtschaft entstanden. Der Anteil der sozialversicherungspflichtigen Stellen ist stärker gestiegen als die Gesamtzahl der neuen Arbeitsplätze. Ein Viertel des gesamten Aufbaus neuer Arbeitsplätze geht auf das Konto der Kreativen. Besonders viele Menschen fanden einen Job in der Software- und Games-Industrie. Seit 2009 wuchs die Anzahl der Spieleentwickler um 74 Prozent und umfasst nun 47.000 Personen. Die Zeit der gut finanzieren Start-ups hat dazu geführt, dass auch die Einkommen in einigen kreativen Branchen deutlich gestiegen sind. Der Kreativwirtschaftsbericht nennt Werbeleute, Grafiker, Designer, Fotografen sowie die technischen kreativen Berufe als Gruppen, die von der Entwicklung auch persönlich mit mehr Geld in der Tasche profitiert hätten.

Cornelia Yzer (CDU), Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, zollt der boomenden Branche Respekt: „Die Kreativ- und Digitalunternehmen haben innerhalb von nur drei Jahren einen enormen Wachstumsschub geschafft. Sie sind damit der Wachstums- und Innovationstreiber für die gesamte Berliner Wirtschaft.“