Fluggesellschaften

Die Piloten streiken wieder

Zwischen 17 und 23 Uhr bleiben am Freitag die Maschinen der Lufthansa am Boden

Lufthansa-Passagiere müssen sich am heutigen Freitag auf Behinderungen einstellen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit kündigte Arbeitsniederlegungen an. Bestreikt werden sollen zwischen 17 und 23 Uhr Kurz- und Mittelstreckenflüge, die von Frankfurt abfliegen.

Insgesamt sind mehr als 200 Flüge betroffen. In Tegel landen in dem angegebenen Zeitraum normalerweise sechs Lufthansa-Maschinen aus Frankfurt. „Wir nehmen die Streikankündigung der Vereinigung Cockpit mit großem Unverständnis zur Kenntnis“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Cockpit erklärte, jederzeit „einigungsbereit“ zu sein, um Streiks abzuwenden. Hintergrund ist der seit Längerem schwelende Tarifkonflikt. Dabei geht es um die Übergangsversorgung für Lufthansa-Piloten. Die Gewerkschaft will größere Einschnitte bei den Vorruhestandsregelungen für die rund 5400 Kapitäne und Kopiloten verhindern. Im Schnitt gehen Lufthansa-Kapitäne derzeit mit 59 Jahren in den vom Konzern bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das durchschnittliche Eintrittsalter schrittweise auf 61 Jahre erhöhen. Erst am vergangenen Freitag wurde der Billigflieger Germanwings sechs Stunden lang bestreikt. Dadurch waren 116 von 164 Flügen ausgefallen, rund 15.000 Passagiere waren betroffen.

Für die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH bedeutet der Streik vor allem Umsatzausfälle. „Flugzeuge, die nicht starten oder landen, müssen auch keine Entgelte für die Nutzung zahlen“, sagt Sprecher Ralf Kunkel der Berliner Morgenpost. Doch das sei sekundär. „Wir finden den Streik nicht gut, da er nicht gut für die Passagiere ist, die von A nach B müssen“, so Kunkel.