Arbeitskampf

Piloten streiken – auch in Tegel

Bei Germanwings bleiben die Flugzeuge am Freitag am Boden

Tausende Passagiere der Lufthansa-Tochter Germanwings müssen wegen eines Pilotenstreiks ihre Reiseplanung ändern: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) macht ihre Streikdrohung am heutigen Freitagvormittag wahr. Am Donnerstag waren die Verhandlungen mit Lufthansa im Streit über die Übergangsrente für die Flugkapitäne gescheitert. Es sei vorstellbar, dass es in den kommenden Tagen immer mal wieder zu ähnlichen Ausständen kommen könnte, sagte ein VC-Sprecher.

Nach Germanwings-Angaben werden von den 164 Flügen an allen deutschen Flughäfen, die in den Streikzeitraum am Freitag zwischen 6 Uhr und 12 Uhr fallen, 116 gestrichen. Etwa 15.000 Passagiere könnten daher wegen des Ausstands ihren Flug nicht antreten. Verbindungen in Urlaubsgebiete sollen weitestgehend stattfinden, von den Streiks betroffen sind demnach vor allem innerdeutsche Flüge. Auch in Berlin-Tegel bleiben Maschinen am Boden. „Wir gehen davon aus, dass 30 Flugverbindungen betroffen sind“, sagte Sprecher Wolfgang Weber. Ein Teil davon werde womöglich gerettet, indem Piloten aus dem Management ins Cockpit steigen.

Gestrichen sind nach Angaben des Flughafens Tegel Flüge von und nach Köln/Bonn, nach Stuttgart, Nürnberg, Birmingham, Zagreb und London. Die Betreiber empfehlen, sich vor der Fahrt zum Flughafen über den Flugstatus zu erkundigen. Der Streit über die Übergangsrente hatte bereits im April zum schärfsten Streik in der Lufthansa-Geschichte geführt. Rund 3800 Flüge fielen aus, betroffen waren 425.000 Fluggäste.