Anschlag

Feuer in Moschee war Brandstiftung

Die Berliner Polizei geht nicht von einem technischen Defekt aus

Rund zwei Wochen nach dem Feuer in der Mevlana-Moschee in Kreuzberg geht die Berliner Polizei von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Das haben intensive Ermittlungen des Landeskriminalamtes (LKA) ergeben, wie ein Sprecher der Polizei am Mittwoch bestätigte. Wie berichtet hatte in der Nacht zum 12. August ein noch nicht fertiggestellter Anbau der Moschee in Flammen gestanden. Das Gebäude wurde stark verrußt, die Statik in Mitleidenschaft gezogen.

Laut Polizeisprecher Thomas Neuendorf wurden bei der auf der Baustelle genutzten Elektroinstallation keine Spuren eines Kurzschlusses entdeckt. Die Untersuchungen hätten demnach ergeben, dass ein technischer Defekt auszuschließen sei. Auch eine fahrlässige Brandstiftung sei sehr unwahrscheinlich, da die verwendeten Materialien nur schwer entzündlich gewesen seien. „Von daher muss zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen werden, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde und diese Tat letztlich doch politisch motiviert gewesen sein könnte“, so Neuendorf. Der für solche Taten zuständige Polizeiliche Staatsschutz hat daraufhin die Ermittlungen übernommen, Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Am vergangenen Sonnabend hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel die Mevlana-Moschee besucht und dort bereits von einem „Attentat“ gesprochen.

Der Türkische Bund in Berlin und Brandenburg hatte kurz nach dem Feuer eines lückenlose Aufklärung des Anschlags und eine harte Strafe für die Täter gefordert. In Berlin hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Attacken gegen Moscheen gegeben.