EU-Außengrenze

Neues Flüchtlingsdrama vor Lampedusa

Es ist eine neue Schreckensmeldung von der Insel Lampedusa: Die italienische Marine hat vor der Küste am Sonntag 18 Tote auf einem Schlauchboot entdeckt, mit dem knapp hundert Menschen von Afrika nach Europa gelangen wollten.

Es seien 73 Überlebende geborgen worden, sagte der Kapitän des Marineschiffes. „Als unsere Hubschrauber das Boot überflogen, sank es bereits. Menschen waren im Wasser“, berichtete er dem Fernsehsender SkyTg24. „Wir haben ihnen Rettungsringe und Schwimmwesten zugeworfen.“ Für 18 Flüchtlinge sei die Hilfe aber zu spät gekommen. Die 73 Geretteten wurden an Bord gebracht, wo bereits 173 zuvor von einem anderen Boot gerettete Flüchtlinge waren.

Auch am Sonnabend waren die italienische Marine und der Küstenschutz mehreren Flüchtlingsschiffen in der Straße von Sizilien, dem Gebiet zwischen Sizilien und der libyschen und tunesischen Küste, zu Hilfe gekommen. Seit Freitag wurden in der Straße von Sizilien mehr als 3500 Menschen aufgegriffen. Italiens Marine überwacht das Mittelmeer seit Monaten verstärkt im Zuge des Einsatzes „Mare Nostrum“ (Unser Meer). Der Einsatz wurde gestartet, nachdem 2013 hunderte Menschen bei dem Versuch ertrunken waren, die EU über das Mittelmeer zu erreichen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks kamen seit Anfang des Jahres mehr als 100.000 Flüchtlinge über das Meer nach Italien.