Ernteschwach

Die Nutella-Krise

Gestiegene Haselnuss-Preise könnten den Brotaufstrich verteuern

Schlechte Nachrichten für die Fußball-Weltmeister Manuel Neuer, Mats Hummels, Mesut Özil und Benedikt Höwedes – sowie Millionen anderer Nutella-Fans: Frost und Hagel haben in diesem Frühjahr die Haselnussernte in der Türkei stark dezimiert. Die deshalb gestiegenen Preise für die Nüsse könnten hierzulande auch den zuckersüßen Brotaufstrich und Haselnussschokolade verteuern – oder gar zu Lieferengpässen führen.

Die Türkei ist das größte Haselnussanbaugebiet der Welt. Auf 660.000 Quadratmetern reifen dort jährlich rund 800.000 Tonnen Haselnüsse. Das sind rund 70 Prozent der weltweiten Produktion. In diesem Jahr ist es gerade einmal die Hälfte der üblichen Menge. Kostete eine Tonne Haselnüsse im Frühjahr 4860 Euro, sind es inzwischen 7850 Euro, die Haselnussimporteure bezahlen. Angesichts der aktuellen Preisentwicklungen müssten bald – spätestens im kommenden Jahr – die Preise für Süßigkeiten mit Haselnüssen um etwa 60 Prozent in die Höhe klettern.

Grund zur Sorge also für die großen Süßwarenhersteller? Nutella-Produzent Ferrero, der etwa 25 Prozent der weltweit gehandelten Haselnüsse verarbeitet, will sich zu den gestiegenen Preisen nicht äußern. Petra Fix, Sprecherin bei Ritter Sport, bleibt gelassen. „Wir werden abwarten, was kommt“, sagte sie „Focus Online“. Das Unternehmen bezieht große Teile seiner Haselnüsse aus der Türkei.

Kleiner Tipp: Wer trotzdem nicht auf das süße Frühstück verzichten möchte, trägt einfach nicht mehr so dick auf. Das schont das Portemonnaie und die Kalorienbilanz.