Kriminalität

Tausende Berliner sehen schwarz

Unbekannte schnitten Glasfaserkabel von Kabel Deutschland durch

Für rund 160.000 Berliner war der Sonntag bis zum späten Abend ein fernsehfreier Tag. Nicht etwa aus Protest gegen Endlos-Wiederholungen auf allen TV-Kanälen während der Ferien. Vielmehr hatte eine Störung beim Kommunikationsdienstleister Kabel Deutschland in weiten Teilen der Stadt für schwarze Bildschirme gesorgt. Auch die Telefon- und Internetanschlüsse, soweit diese gleichfalls von Kabel Deutschland bereitgestellt sind, waren tot. Unbekannte Täter, so die Polizei, hatten in einem Schacht mutwillig Glasfaserkabel durchtrennt. Kabel Deutschland bestätigte gegenüber der Berliner Morgenpost den Totalausfall, der vor allem Charlottenburg, aber auch Stadtgebiete in Spandau, Wilmersdorf und Friedenau traf. Kurz nach 6 Uhr morgens habe es eine Störungsmeldung aus Charlottenburg gegeben, sagte Unternehmenssprecher Marco Gassen. „Das ist ein schlimmer Fall von Vandalismus. Unbekannte haben in einem Schacht 400 Glasfaserleitungen glatt durchgeschnitten. Techniker sind seit dem Vormittag vor Ort und müssen nun neue Leitungen einzeln wieder einziehen“, sagte er. Angesichts der Zahl betroffener Leitungen sei dies sehr zeitaufwendig, zudem die Lichtleiter an der Trennungsstelle noch miteinander verspleißt – also verbunden – werden müssen. Derartige Vorfälle seien selten. „Wir hatten schon Bagger, die bei Bauarbeiten zufällig ein Kabel von uns durchtrennt haben. Aber so einen Fall hatten wir noch nicht“, sagte der Sprecher.