Mode

Der Mann mit dem Goldhemd

Inder lässt sich ein besonderes Outfit zum 45. Geburtstag schneidern

In der Fernsehserie „How I Met Your Mother“ gibt eine der Hauptfiguren ihr Weihnachtsgeld auf ganz besondere Weise aus. Barney Stinson lässt sich einen Anzug mit eingewebten Diamanten anfertigen. Seine Freunde sind natürlich entsetzt über so viel Protzerei und Selbstverliebtheit. Aber die Serie spielt ja auch in New York – in Indien liegen die Dinge da ganz anders.

Ein Inder hat sich tatsächlich ein vier Kilogramm schweres Hemd aus purem Gold anfertigen lassen. Darin wolle er seinen 45. Geburtstag feiern, erklärt der Geschäftsmann Pankaj Parakh. Doch die Menschen in seinem Heimatort Yeola im westindischen Maharashtra sind es ja auch gewohnt: Immer, wenn Parakh auf die Straße tritt, trägt er mindestens zwei bis drei Kilogramm Goldschmuck an seinem Körper. Sein neues Hemd wurde von nicht weniger als 20 Goldschmieden in der Finanzmetropole Mumbai hergestellt. Vier Monate brauchten sie demnach, um das 18 bis 22 Karat feine Gold zu verweben. Jetzt holte Parakh es ab – und ging darin gleich für eine Opfergabe zum Tempel. Obwohl das mehr als 150.000 Euro teure Hemd, inklusive Kragen und sieben Knöpfen, komplett aus Gold besteht, ist es flexibel. Eine dünne Stoffschicht schützt die Haut innen vor Abschürfungen. „Gold faszinierte mich schon, als ich fünf Jahre alt war“, sagt Parakh in einem Interview. Er habe die Schule in der achten Klasse verlassen und sei in das Textilgeschäft seiner Familie in Yeola eingestiegen. Seine Frau und Söhne interessiere seine Liebe zu Gold nicht. „Aber der Rest meiner Sippe denkt, dass ich verrückt bin.“ Das sei schon bei seiner Heirat so gewesen: „Viele Gäste fanden es peinlich, dass ich mehr Gold trug als die Braut.“ Vielleicht ist Indien dann doch nicht so viel anders als New York.