Umstritten

Ausgerechnet dieser Schettino!

Kapitän der „Costa Concordia“ hält eine Vorlesung über Panik

Die „Costa Concordia“ ist im Hafen von Genua angekommen. Taucher fanden die sterblichen Überreste des letzten vermissten Opfers. Da tritt Ex-Kapitän Francesco Schettino wieder eine Welle los. Der frühere Kommandant des Kreuzfahrtschiffes, der wegen des Todes von 32 Menschen vor Gericht steht, sorgt einmal mehr für Schlagzeilen. Im Juli durfte Schettino an der Universität La Sapienza im Rahmen einer Kriminologievorlesung namens „Vom Tatort zum Profiling“ zu Studenten sprechen. Auf Einladung des Dozenten schilderte Schettino angeblich seine Sicht der Unglücksnacht im Januar 2012. Außerdem soll Schettino sich dazu ausgelassen haben, wie man in Paniksituationen einen kühlen Kopf behält.

Die Nachricht über die universitären Umtriebe Schettinos lösten in Italien Entrüstung aus. Der Universitätsrektor distanzierte sich auf Twitter von seinem Dozenten Vincenzo Maria Mastronardi, der dem Kapitän die Bühne bereitet hatte. „Das ist eine unwürdige und unangemessene Wahl gewesen“, sagte Rektor Luigi Frati. „Schettino ist für den Tod von mehr als 30 Menschen verantwortlich. Ich an seiner Stelle hätte mich lieber im Verborgenen gehalten.“ Frati gab zu verstehen, dass dem Dozenten Mastronardi nun eine Strafe droht. Er habe die Angelegenheit an die Ethikkommission der Universität weitergereicht, sagte Frati, der zudem von Schettinos Auftritt an seiner Hochschule erst aus der Presse erfahren haben will. Die Parteien stürzten sich ebenfalls kritisch auf das Thema.