Epidemie

150 Millionen Euro für Ebola-Soforthilfe

Weltbank stellt Geld bereit. Deutschland rät von Reisen nach Westafrika dringend ab

Die Ebola-Epidemie in Westafrika breitet sich weiter aus und hat als viertes Land Nigeria erreicht. Die Zahl der Infizierten erhöhte sich auf 1603, die Zahl der Toten auf 887, wie die Weltgesundheitsorganisation(WHO) am Dienstag mitteilte. Am schlimmsten wütet das Virus in Guinea, Sierra Leone und Liberia.

Die Weltbank stellte am Dienstag 200 Millionen US-Dollar (150 Millionen Euro) Soforthilfe für den Kampf gegen die Epidemie bereit. Das Bundesentwicklungsministerium unterstützt die Arbeit mit einer Million Euro, vor allem für Logistik und Koordination der Hilfen über die WHO. Das Auswärtige Amt hatte bereits 1,3 Millionen Euro aus Mitteln für humanitäre Hilfe zugesagt. „Es kommt jetzt auf schnelles Handeln an“, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller(CSU). Er lobt die Arbeit von „Ärzte ohne Grenzen“ und anderer nichtstaatlicher Organisationen. Sie leisteten in Westafrika „nahezu Übermenschliches“.

Das Auswärtige Amt rät unterdessen wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika „dringend“ von Reisen nach Sierra Leone, Liberia und Guinea ab. Es sei möglich, dass Ausreisemöglichkeiten aus diesen Ländern weiter beschränkt würden, heißt es in den am Dienstag aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen für die drei Länder.

In Nigeria wurde ein zweiter Ebola-Fall bestätigt, wie der französische Auslandssender RFI berichtete. Es handele sich um einen Arzt, der einen Reisenden betreut habe, der in der Zehnmillionenstadt Lagos an Ebola gestorben sei.