Außenpolitik

Klimawandel als Asylgrund

Neuseeland gewährt Zuflucht wegen des steigenden Meeresspiegels

Es ist die Flucht aus einem kleinen Paradies, die die Familie Alesana angetreten hat. Zusammen mit seiner Frau hat Sigeo Alesana seine Heimat, den Pazifik-Inselstaat Tuvalu, im Jahr 2007 verlassen – und sie werden nicht mehr zurückkehren. Denn sie sind die ersten anerkannten Flüchtlinge des Klimawandels.

Von der Idylle Tuvalus ist nicht mehr viel geblieben, denn der steigende Meeresspiegel auf Grund des Klimawandels macht das Leben dort immer weniger paradiesisch. In Neuseeland haben Sigeo und seine Frau deshalb für sich und ihre beiden Kindern im Alter von fünf und drei Jahren um Asyl gebeten. Mit Erfolg: Erstmals hat damit ein Staat bei dem Antrag einer Familie auf Bleiberecht den Klimawandel als Gefahr berücksichtigt. Das teilte ihre Anwältin jetzt mit.

Der Inselstaat Tuvalu im Südwesten des Pazifischen Ozeans östlich von Papua-Neuguinea, der nur 26Quadratkilometer groß ist, ragt durchschnittlich nur zwei Meter aus dem Wasser. Durch den steigenden Meeresspiegel haben die etwa 10.500Bewohner mit verseuchtem Trinkwasser, dem Ausfall von Ernten und Überschwemmungen zu kämpfen. Die Kinder seien wegen ihres Alters besonders stark durch Folgen des Klimawandels gefährdet, urteilte das Einwanderungstribunal.

Hoffnung für andere Klimaflüchtlinge gibt es durch den Fall aber nicht. Die Alesanas hatten auch deshalb gute Chancen auf Bleiberecht in Neuseeland, weil ihre Verwandtschaft bereits in der dritten Generation in dem Land lebt. Auch die beiden Kinder wurden in Neuseeland geboren.