Krieg

UN fordern sofortige Nahost-Waffenruhe

Sicherheitsrat macht Druck. Israel ruft Zivilisten zur Räumung ihrer Häuser auf

Der internationale Druck zur Beendigung des Krieges im Gazastreifen wird immer stärker. Nach US-Präsident Barack Obama hat auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen(UN) eine „sofortige und bedingungslose humanitäre Waffenruhe“ zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas gefordert. Die Konfliktparteien sollten die Kampfhandlungen einstellen, um Hilfe möglich zu machen, hieß es in einer Erklärung des mächtigsten UN-Gremiums.

Unterdessen rief die israelische Armee die Einwohner mehrerer Wohngebiete im Gazastreifen zur sofortigen Räumung ihrer Häuser auf. Die Warnungen seien per SMS oder in Telefonanrufen an Palästinenser in Sadschaija, Saitun und dem östlichen Teil von Dschebalia geschickt worden, teilte die Armee am Montagabend mit. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte danach eine Fortsetzung der Militäroffensive gegen die Hamas an. „Wir werden den Einsatz nicht beenden, bevor wir die Tunnel der Hamas zerstört haben“, erklärte er am Montagabend in einer Fernsehansprache. „Die israelischen Bürger können nicht unter der Bedrohung durch Raketen und Tunnel leben – unter Todesdrohung von oben und von unten“, fügte er hinzu. Nach Augenzeugenberichten flammten die Gefechte am Abend wieder heftig auf. Vielerorts in Gaza waren schwere Explosionen zu hören. Wie Muslime in aller Welt begehen auch die Palästinenser aktuell das Fest des Fastenbrechens. Seit Beginn der Offensive vor drei Wochen sind mehr als 1000 Palästinenser getötet und über 6000 weitere verletzt worden. Auf israelischer Seite kamen 43Soldaten und drei Zivilisten um.