Kirche

In der Kantine mit dem Papst

Das Essen in Kantinen und Mensen ist – gelinde gesagt – oftmals ziemlich bescheiden.

Fleischlappen, die von der Konsistenz her Schuhsohlen ähneln, werden je nach Zubereitungsart mal als Texas-Hacksteak, Jägerschnitzel oder Filet provençal serviert. Noch ein Schälchen mehliges Kaisergemüse dazu, einen Pudding – und fertig ist das Mittagsmenü für 3,95 Euro, das satt machen mag, aber keinesfalls zufrieden. Essen hält Leib und Seele zusammen, sagt der Volksmund. Aber nur der, der noch nie in einer Kantine gegessen hat.

Es spricht also definitiv für den Papst, dass er sich dieses kulinarische Elend am Freitagmittag freiwillig angetan hat. Franziskus, der sich wahrscheinlich trotz des christlichen Gebots von Mäßigung und Bescheidenheit täglich sein Lieblingsessen wünschen darf, hat entschieden, in der Mitarbeiterkantine des Vatikan sein Mittagsmahl zu sich zu nehmen. „Er hat sich sein Tablett genommen, sein Besteck, hat sich angestellt, und wir haben ihn bedient“, sagte Mensaleiter Franco Paini bei „Radio Vatikan“.

Gegessen habe der Heilige Vater Dorsch mit „pasta bianca“, also Nudeln ohne Soße – und damit immerhin keinen zähen Fleischlappen, den es in einer italienischen Kantine möglicherweise ohnehin nicht gibt. Es sei jedenfalls das erste Mal gewesen, dass ein Papst die Kantine aufgesucht habe, berichtete Paini weiter. „Wir wurden ihm vorgestellt, er hat gefragt, wie es uns geht und wie die Arbeit ist, dann hat er uns gelobt“, erzählte der Mensaleiter. Zum Abschluss seines Besuches habe Franziskus noch Fotos mit den anderen Gästen machen lassen. Na dann: Gesegneten Appetit!