Rechtsstreit

Finderlohn für David

Ein Tourist entdeckt eine Drohne am Strand – und verlangt Geld

Es ist viereinhalb Meter lang und 280 Kilogramm schwer. Der Düsseldorfer Andreas Engel fand das unbekannte Schwimmobjekt in Schleswig-Holstein in Kappeln am Ufer der Schlei. Inzwischen ist klar: Das torpedoähnliche Ding ist David, Prototyp einer Unterwasserdrohne aus einem Testlabor der Bundeswehr.

Die Marine sei im vergangenen Dezember auch sehr schnell an Ort und Stelle gewesen und habe das Gerät eingesammelt, nachdem er die Küstenwache alarmiert habe, berichtet Engel. „Mein Mandant war erst mal fürchterlich erschrocken“, sagt seine Anwältin Christine George-Jakubowski. „Er wusste ja nicht, ob das Ding explosiv ist.“ Dann kam Engel auf die Idee, dass ihm für seinen Fund Finderlohn zustehen dürfte. „Mein Mandant wurde erst mal von Pontius zu Pilatus geschickt. Als er die Faxen dick hatte, hat er dann mich eingeschaltet.“

Nun streitet sich die Juristin über die Höhe des Finderlohns. Drei Prozent des Wertes stünden dem Finder zu. Die Bundeswehr habe den Neuwert der Drohne mit 377.000 Euro angegeben, sagt sie. Wie die Bundeswehr bestätigte, handelt es sich bei dem Fund um ihr „autonomes Unterwasserfahrzeug“ mit dem hübschen Namen David. David sei keine Waffe, sondern werde etwa zur Minensuche eingesetzt. Nach langem Hin und Her habe die Bundeswehr inzwischen 900 Euro Finderlohn angeboten, so die Juristin. David sei kaum noch etwas wert, behauptet die Bundeswehr.

Das will Engel nicht glauben. Diese Summe erscheint ihm „lächerlich niedrig“. Allein die in der Drohne gespeicherten Daten seien von unschätzbarem Wert, habe ihm ein Marinemann verraten. Engel will notfalls vor Gericht ziehen: „Schließlich bin ich ein ehrlicher Finder. Ich hätte das Ding ja auch auf Ebay verkaufen können.“

( dpa )