Frühkritik

Lust und Laster bei Don Juan in der Komischen Oper

Don Juan oder die alte Geschichte vom Schwerenöter als Ballettpantomime auf der Bühne der Komischen Oper: Wohlwollend reagiert das Publikum auf die letzte Premiere der Spielzeit.

Choreograph Giorgio Madia hat ein Händchen für das Derb-Komische der Tragikomödie und feiert mit dem Ensemble des Staatsballett zwei Stunden lang Lust und Laster. Opulente Kostüme zwischen Korsett und Krinoline, halb hautfarbene Unschuld, halb schwarz wie die Sünde, Akrobatik und frivole Eleganz tragen über weite Strecken der Aufführung. Für Dramatik und Tragik, die Christoph Willibald Gluck 1761 in seine Partitur schrieb, fehlen Madia jedoch Vision und Ausdrucksmittel. Letztlich bleibt die mögliche Moralität über Verführung und Vergänglichkeit so oberflächlich wie Don Juans Liebeleien. Die ausführliche Kritik folgt morgen.