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Katzenfotos in der Fußgängerzone

Große Ereignisse werfen nicht nur ihre Schatten voraus, sie ziehen auch ebenso lange Schatten hinter sich her.

Vielleicht wird es sich mit dem 19. Juni 2014 ebenso verhalten. „Wo warst du, als Facebook kaputt war“, wird man fragen, und jeder wird sich erinnern. Ja, am Donnerstag fiel von 9.55 Uhr bis 10.26 Uhr das soziale Netzwerk aus, nichts ging mehr und Verzweiflung machte sich breit wie bei La Roja nach dem 0:2 gegen Chile am Abend zuvor. 31 Minuten lang herrschte Stille. Niemand konnte ein Foto von seinem Essen posten. Niemand nachsehen, ob es ein neues Selfie von Bastian Schweinsteiger gibt. Und keiner spionieren, ob die Ex-Freundin ihren Beziehungsstatus geändert hat.

Einen ARD-Brennpunkt werde es nicht geben, kündigte die Tagesschau bei Twitter an – und damit genau dort, wohin plötzlich alle User auswichen, um auf dem Laufenden zu bleiben. #Facebookdown und #Twitterup lauteten die Hashtags, also die Stichworte, mit denen sich die Nutzer über den Ausfall lustig machten. „Die ersten zeigen ihre Katzenfotos in der Fußgängerzone“, witzelte eine Nutzerin in Anspielung auf den berühmt-berüchtigten Cat-Content aus Katzenbildern und -filmen, die bei Facebook so gern geteilt werden. Andere hoben hervor, dass beim US-Geheimdienst NSA endlich Zeit für eine Pinkelpause sei. Und wir? Haben es alle überlebt. Facebook ist wieder da. Schnell mal gucken, was Schweinsteiger so macht.