Terror

Islamisten rücken auf Bagdad vor

USA erwägen Drohnenangriffe. 500.000 Menschen auf der Flucht

Wenige Tage nach dem Start ihrer Offensive sind die Dschihadisten im Irak bis auf 90 Kilometer auf Bagdad vorgerückt. Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki scheiterte am Donnerstag trotzdem mit dem Versuch, den Ausnahmezustand verhängen zu lassen. Unterdessen erwägen die Vereinigen Staaten Drohnenangriffe auf die Extremisten, die Nato rechnet trotz der Nähe der Kämpfe zum Mitgliedstaat Türkei aber nicht mit dem Bündnisfall.

Auf der Flucht vor den Islamisten haben in den vergangenen Tagen sämtliche verbliebenen Christen die Stadt Mossul verlassen. Die Milizen hätten die meisten Kirchen angezündet, berichtete der katholische Erzbischof Emil Shimoun Nona nach Angaben von deutschen Hilfsorganisationen vom Donnerstag. Hunderte Menschen sollen getötet worden sein, rund 500.000 Menschen sind inzwischen geflohen. In der Stadt lebten zuletzt noch etwa 3000 Christen. Der UN-Sicherheitsrat hat der irakischen Regierung einmütig Unterstützung im Kampf gegen Terrorismus zugesagt. Das höchste UN-Gremium mahnte nach einer Sitzung zur Lage im Irak am Donnerstag zudem einen Dialog an.