Studie

Für neue Mieter wird es in Berlin immer teurer

Eigentümer verlangen mehr als 20 Prozent Aufschlag. Verband fordert Preisbremse

Der Deutsche Mieterbund (DMB) fordert die Bundesregierung auf, die Mieter in Deutschland endlich besser zu schützen. Insbesondere die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Aussicht gestellte Mietpreisbremse müsse auf den Weg gebracht werden, sagte Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips am Dienstag in Berlin. Die geltende gesetzliche Regelung führe dazu, dass die Schere zwischen Bestands- und Angebotsmieten immer weiter auseinandergehe. So verlangten Eigentümer in Berlin und anderen Großstädten bei einer Neuvermietung von den neuen Mietern mehr als 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete.

„Wir haben kein Verständnis dafür, dass einvernehmlich beschlossene Regelungen zur Begrenzung der Neuvertragsmieten wieder infrage gestellt oder an Bedingungen geknüpft werden sollen, die nicht einzuhalten sind“, rügte Rips. Man könne den Eindruck gewinnen, dass Teile der CDU die Mietpreisbremse gar nicht wollten und nach Möglichkeiten suchten, den Gesetzesentwurf auf die lange Bank zu schieben, kritisierte Rips.

In Berlin hat der Wohnungsmangel infolge des starken Bevölkerungswachstums der vergangenen drei Jahre dazu geführt, dass die Mieten erheblich gestiegen sind. Nach einer im Februar 2014 veröffentlichten Studie des Forschungsinstituts F+B beträgt die durchschnittliche Kaltmiete in Berlin 5,90 Euro pro Quadratmeter und Monat. Mieter, die aktuell einen Vertrag abschließen, zahlen dagegen durchschnittlich 1,20 Euro mehr – nämlich 7,10 Euro. Dies entspricht einer Differenz von 20 Prozent. Der Berliner Mieterverein weist darauf hin, dass dies lediglich Durchschnittswerte für eine 70 Quadratmeter große Musterwohnung seien. Tatsächlich jedoch würden in Berlin inzwischen schon durchschnittlich – für alle Wohnungsgrößen – 7,60 Euro verlangt. Vergleiche man diesen Wert mit der im geltenden Berliner Mietspiegel ausgewiesenen durchschnittlichen Miete von 5,54 Euro, so ergebe sich sogar eine Differenz von 37 Prozent, kritisierte der Mieterverein.

Nach dem von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vorgelegten Gesetzentwurf sollen Vermieter künftig nach einem Mieterwechsel nur noch die ortsübliche Vergleichsmiete zuzüglich zehn Prozent fordern dürfen. Lag die bisherige Miete oberhalb dieser Grenze, soll der Vermieter diese Miete weiterhin verlangen dürfen. Für neu gebaute oder sanierte Wohnungen wird es nach wie vor keinerlei Mietpreisbegrenzungen geben. Noch vor der parlamentarischen Sommerpause in drei Wochen müsste der Entwurf abschließend beraten werden, damit er ab 1. Januar 2015 bundesweit gelten könne. „Wir unterstützen die Pläne aus dem Bundesjustizministerium, auch wenn wir noch Nachbesserungsbedarf sehen“, sagte DMB-Chef Rips.