Fußball

Deutschland sucht das Superorakel

Krake Paul ist unvergessen. Kein anderes Tier erreicht seine Fähigkeiten

Sein Name war Paul, er war ein gemeiner Oktopus und treffsicherer Fußball-Tipper. Vor vier Jahren war er einer der Stars der Weltmeisterschaft in Südafrika, nicht vor Ort, sondern hier in Deutschland, in einem Großaquarium in Oberhausen. Seine Bilanz war verblüffend: Für alle sieben Spiele der Deutschen sowie für das Finale Spanien gegen Niederlande tippte Paul den richtigen Sieger. Während er dies in der Vorrunde noch weitgehend unbeobachtet von der Öffentlichkeit tat, wurde sein Finaltipp weltweit im Fernsehen übertragen. Kein Wunder, dass bei so viel Rummel nun Nachahmer des tierischen Orakels gesucht werden – sogar in Castrop-Rauxel.

Die Stadt wähnte sich schon bei der Europameisterschaft 2012 mit einem Orakel-Schwein auf Pauls Spuren. Doch im Halbfinale versagte Uli Fairkel und tippte falsch. Auch Papageien, Strauße, Lippenbären oder Kakadus kamen schon zum Einsatz. In Berlin wird im Sea Life derzeit eine Krakendame namens Regina im Orakeln trainiert. Das Prinzip ist dabei unabhängig vom Tier meist gleich: Es werden zwei Futterbehältnisse mit den Landesflaggen der Spielgegner aufgestellt. Woraus das Orakel frisst, wird der Sieger sein. Dass der inzwischen verstorbene Paul zu hundert Prozent richtig lag, sorgte 2010 für Staunen. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften lud Paul gar zum Test seiner hellseherischen Fähigkeiten, über seine Intelligenz wurde breit diskutiert. Das müssen neue Orakel erst einmal erreichen. Wir werden sehen.