Frühkritik

Grandios und düster: Premiere von „Billy Budd“

Es ist kein Kriegsschiff, sondern ein Straflager. Regisseur David Alden lässt bei der Premiere keinen Sonnenstrahl in die Deutsche Oper.

Benjamin Brittens Seefahrer-Drama „Billy Budd“ spielt bei ihm in einem abgeschotteten Schiffskörper. Arme Kerle bevölkern diese düstere Welt voll Gewalt und unterdrückter Sehnsucht. Frauen haben keinen Platz auf dem Schiff, weshalb die Liebe draußen bleibt. Waffenmeister Claggart, diabolisch gesungen von Gidon Saks, hasst sich wegen seiner Lust auf Billy (John Chest). Er will ihn zerstören. Geschützt wird Billy vom Kapitän Vere (Burkhard Ulrich). Es gibt kein Happy End. Generalmusikdirektor Donald Runnicles lässt im Orchestergraben all das aufklingen, was auf der Bühne ungesagt bleibt. Grandios, bei aller Düsternis. Jubel am Ende. Die ausführliche Kritik lesen Sie morgen.