Leserforum

Offen auch für Debatten

„Morgenpost vor Ort“: 200 Leser streiten über das Tempelhofer Feld

Das Tempelhofer Feld ist den Berlinern wichtig, das wurde beim achten Leserforum „Berliner Morgenpost vor Ort“ am Mittwochabend deutlich. 200 Leser kamen zu der Podiumsdiskussion mit fünf Experten in das ehemalige Tempelhofer Flughafengebäude und beteiligten sich intensiv, teilweise sehr emotional, an der Debatte.

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) betonte, beim Volksentscheid am 25. Mai gehe es um eine Grundsatzentscheidung für die wachsende Stadt. Berlin benötige in allen Bezirken Wohnungen und Infrastruktur wie Schulen und Kitas. Doch überall, wo in der Nähe von Grünflächen gebaut werden solle, erklärten die Anwohner, dies sei der falsche Ort. Auf den Bau von 4700 Wohnungen am Rand des Tempelhofer Feldes könne Berlin nicht verzichten, so Müller. Es gebe kaum andere landeseigene Flächen, auf der städtische Wohnungsgesellschaften preisgünstige Mietwohnungen errichten könnten. Auch der Vorschlag, den Polizeistandort an der Jüterboger Straße in das Flughafengebäude zu verlegen und das Haus zu Wohnungen umzubauen, sei keine Alternative, sondern nur eine Ergänzung zu den Senatsplänen. Müller sprach von einer „zutiefst unsozialen Debatte“. Die jetzigen Anwohner, die keine Veränderung am Feld zulassen möchten, würden anderen Berlinern diese gute Wohnlage verwehren.

Den schwersten Stand auf dem Podium hatte Volker Heller, Direktor der Zentral- und Landesbibliothek. Die Pläne für den ZLB-Neubau auf dem Feld stießen auf breite Ablehnung. Moderator Hajo Schumacher nahm das Thema mit Humor. In Anspielung auf den Regierenden Bürgermeister Wowereit nannte er den Bibliotheksneubau „Klausoleum“.