Gesundheit

Lachen, bis der Arzt kommt

In deutschen Kliniken fehlt es an guter Laune. Das soll sich ändern

Neulich beim Arzt. Die Schwester kommt angerannt: „Herr Doktor, Herr Doktor, der Simulant in Zimmer 23 ist gerade gestorben!“ Sagt der Arzt: „Jetzt übertreibt er aber gewaltig.“ Lustig? Nein? Das könnte daran liegen, dass es Ihnen zu gut geht.

Menschen, denen es nicht so gut geht, vor allem die in Krankenhäusern, sind dankbar für jeden kleinen Spaß. Aber genau daran fehlt es gerade dort, wo die Stimmung ohnehin schon nicht die beste ist – am Krankenbett. Die Initiative „Arzt mit Humor“ würde das jetzt gern ändern. Medizinstudent Christoph Krause ist Leiter des noch jungen Projekts, das in Zusammenarbeit mit dem privaten Deutschen Institut für Humor Seminare für Ärzte und Medizinstudenten anbietet.

Denn bei seinem praktischen Jahr im Krankenhaus merkte der 29-Jährige schnell, dass etwas fehlt: die für Kommunikation so wichtige Beziehung zwischen Arzt und Patient. Und die, so ist sich Krause sicher, lässt sich am besten mithilfe einer Prise Humor herstellen. „Eigentlich würden wir uns wünschen, dass wir diese Schulungen gar nicht anbieten müssten“, meint Krause. Doch oft bleibe die Beziehung von Arzt und Patient irgendwo im stressigen Krankenhausalltag auf der Strecke. In den Seminaren lernen die Teilnehmer, Angebote der humorvollen Kommunikation anzunehmen und widerzuspiegeln.

In der Psychotherapie kennt man schließlich schon länger das Konzept der „paradoxen Intervention“. Übersetzt hieße das in etwa: Wer sich kranklacht, wird schneller gesund.