Haushalt

Tempelhof-Sanierung kostet Berlin 237 Millionen Euro

Veraltete Energietechnik, löchrige Dächer und fehlender Brandschutz im Terminalgebäude

- Berlin muss in den kommenden Jahren mehr als 200 Millionen Euro aufbringen, um das ehemalige Flughafengebäude in Tempelhof zu sanieren und zu modernisieren. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beziffert die Kosten für eine Grundinstandsetzung auf 144 Millionen Euro und den Modernisierungsbedarf auf 50 Millionen Euro. Hinzu kommen 43 Millionen Euro für die laufende Instandhaltung des riesigen Gebäudes.

Da die nötigten Mittel nicht zur Verfügung stünden, könnten die erforderlichen Maßnahmen nur schrittweise erfolgen, schreibt Senatsbaudirektorin Regula Lüscher in einem Bericht an den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Planer müssen deswegen Prioritäten setzen. In den vergangenen zwei Jahren setzte die landeseigene Tempelhof Projekt GmbH 16,3 Millionen Euro in dem Terminalgebäude ein.

Der erste Fokus liegt auf Baukonstruktion und Gebäudetechnik. Erst danach sollten weitere Flächen für eine Vermietung hergerichtet werden. Besonders sind Dächer zu erneuern und der Brandschutz zu ertüchtigen. Auch die Energieversorgung im Gebäuderiegel macht den Verwaltern zunehmend Sorgen. Die Ausfallwahrscheinlichkeit der veralteten Anlagen erhöhe sich ständig. Insgesamt werden die Kosten einer neuen Energieinfrastruktur mit mehr als 14 Millionen Euro angesetzt. Die löchrigen Dächer der Hangars werden bis 2016 abgedichtet und gedämmt, das wird 16 Millionen Euro kosten.

Dringend ist das Handeln auch beim Brandschutz geboten. Seit 2009 werden Terminal und Hangars für Veranstaltungen genutzt. Im vergangenen Jahr fanden dort 66 Events und 20 Film- oder Fototermine statt. Bisher musste für jede einzelne Veranstaltung eine Einzelgenehmigung beantragt werden. Diese Praxis wollen die Aufsichtsbehörden jedoch nur für eine „Übergangszeit“ mittragen, heißt es in dem Bericht. Um eine Dauergenehmigung als Event-Standort zu bekommen, seien zahlreiche Maßnahmen des „baulichen und technischen Brandschutzes“ notwendig, die zusammen 21 Millionen Euro kosten würden.

Priorität genießt weiterhin der Plan, das frühere Hotel der US Air Force am Platz der Luftbrücke als Büro-Zentrum und Boarding-House für kreative Start-ups herzurichten. Die Kosten werden auf mindestens zehn Millionen Euro geschätzt, ein privater Investor wird gesucht, denn für dieses und das kommende Jahr stehen dafür im Wirtschaftsplan der Tempelhof Projekt nur 1,3 Millionen Euro.