Forschung

Erst essen, dann hassen

Wer hungrig mit dem Partner streitet, macht alles noch viel schlimmer

Oh, was haben sie sich gehasst, Oliver und Barbara Rose, dieses bis auf die Knochen zerstrittene Film-Ehepaar. Gespielt von den Schauspielern Michael Douglas und Kathleen Turner zeigte es in dem Hollywood-Streifen „Der Rosenkrieg“ von 1989, wie schlimm es werden kann, wenn einstige Liebe zu Abscheu wird und Zuneigung zu blanker, bitterböser Ablehnung.

Glaubt man einer neuen Studie US-amerikanischer Forscher könnte eine solche (oder vielleicht auch nicht ganz so dramatische) Eskalation eines Ehekrachs mit einer simplen Methode vermieden werden: mit Essen. Wie die Wissenschaftler herausfanden, steigen Aggressionen zwischen Partnern, wenn ihr Blutzuckerspiegel sinkt. Streit, Konflikte und vielleicht sogar häusliche Gewalt könnten womöglich zum Teil schlichtweg Folge von Hunger sein. Die Forscher um Brad Bushman von der Ohio State University in Columbus hatten die Stärke der Aggressionen zwischen den Partnern mithilfe von Voodoo-Puppen ermittelt: Jeder Proband erhielt eine Puppe, die den Partner symbolisieren sollte. Dazu bekam er 51 Nadeln. Insgesamt drei Wochen lang sollten die Teilnehmer nun Abend für Abend Nadeln in die Puppe bohren. Und zwar umso mehr, je verärgerter sie über ihren Partner waren. Jeder Teilnehmer musste morgens vor dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen seinen Blutzuckerspiegel messen. Die Ergebnisse waren eindeutig: Je geringer der Blutzuckerspiegel der Probanden, desto mehr Nadeln rammten sie in ihren Puppenpartner. Die Forscher erklären den Zusammenhang mit einer verminderten Selbstkontrolle durch den sinkenden Blutzuckerspiegel. Es gilt also: Erst herzhaft in eine Tafel Schokolade beißen – und dann den Partner zum Teufel wünschen. Das hätte dem Ehepaar Rose sicher auch geholfen.