Prozess

Es geht um 1,6 Millionen Euro

Der ehemalige Flughafenchef Rainer Schwarz strebt einen Vergleich an

Der ehemalige Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz will außerhalb des Gerichtssaals mit der Flughafengesellschaft über seine Gehaltsforderungen verhandeln. Zuvor müsse im Aufsichtsrat aber geprüft werden, ob ein Vergleich überhaupt möglich sei, sagte ein Flughafenvertreter am Montag im Berliner Landgericht. Schwarz will entgangenes Gehalt sowie Zahlungen für die Altersvorsorge erstreiten. Deshalb hatte er vor dem Landgericht geklagt. Laut Richter Björn Retzlaff kann es um maximal 1,6 Millionen Euro gehen. Sollte es nicht zum Vergleich kommen, haben beide Parteien bis zum 8. Mai Zeit für das Einreichen weiterer Schriftsätze.

Der 56-jährige Manager war im Januar 2013 zunächst beurlaubt und dann Mitte des Jahres fristlos gekündigt worden. Ihm war eine Mitschuld an der immer wieder verschobenen Eröffnung des Hauptstadtflughafens angelastet worden. Schwarz wird vorgeworfen, den Aufsichtsrat zu spät darüber informiert zu haben, dass der Hauptstadtflughafen BER nicht wie geplant am 3. Juni 2012 in Betrieb gehen konnte. Sein Dienstvertrag sollte eigentlich bis Mai 2016 laufen. Nun gehe es unter anderem darum, ob Schwarz Probleme mit dem Brandschutz im Terminal zu lange ignoriert und auf Improvisation gesetzt habe, sagte Retzlaff. Mut zur Improvisation dürfe in der Rückschau allerdings nicht bestraft werden. Die entscheidende Frage sei aus Sicht des Gerichts nicht, ob der Manager Einschätzungen des Bauordnungsamts einige Wochen zu spät weitergegeben habe, sondern ob er Führungsverantwortung gezeigt habe.

Die Flughafengesellschaft hat Schwarz unterdessen noch ein zweites Mal gekündigt. Das sagte Richter Retzlaff am Montag ohne weitere Details zu nennen. Nach Informationen der „BZ“ soll der ehemalige Flughafenchef Betriebsgeheimnisse verletzt haben, weil er sich mit vertraulichen Flughafenunterlagen verteidigte, die er nach seiner ersten Entlassung nicht mehr hätte besitzen dürfen.