Bildung

Deutsche Schüler scheitern an Alltagsproblemen

Gut zehn Jahre nach dem Pisa-Schock haben die deutschen Schüler zwar kräftig aufgeholt, scheitern aber oft an Alltagsproblemen wie der Bedienung von Fahrkartenautomaten.

Mit ihren Leistungen beim kreativen Problemlösen liegen sie nur leicht über dem Durchschnitt der OECD-Staaten, wie aus einer am Dienstag in Berlin und Paris vorgestellten Sondererhebung des „Programme for International Student Assessment“ (Pisa) hervorgeht. Der Deutsche Philologenverband warnt davor, die Ergebnisse überzubewerten. Den OECD-Experten zufolge erreichen in Deutschland 20 Prozent der Schüler nicht das Basisniveau beim Lösen von Alltagsproblemen etwa beim Umgang mit nicht vertrauten technischen Geräten. In Japan und Korea sind dies weniger als sieben Prozent.

Zu den leistungsstärksten Problemlösern gehören in Deutschland rund 13 Prozent der 15-Jährigen. In Finnland, Australien und Kanada sind es mehr als 15 Prozent, in Japan und Korea sogar deutlich über 20 Prozent. Jungen schneiden in Deutschland besser ab. In der Spitzengruppe sind zu 60 Prozent Jungen und zu 40 Prozent Mädchen vertreten. Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, äußerte sich skeptisch. Problemlösungskompetenz sei wichtig, ob aber die Tests der Pisa-Studie dazu im Kern etwas beitragen würden, sei fraglich.