Krim-Krise

Berliner Firmen fürchten Sanktionen gegen Russland

Der Streit um die russische Angliederung der Schwarzmeer-Halbinsel Krim zwischen Moskau und dem Westen könnte bei einer weiteren Zuspitzung auch Berliner Firmen empfindlich treffen.

Sollte es zu den von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Aussicht gestellten Handelsbeschränkungen zwischen Europa und Russland kommen, müssten Unternehmen in der Hauptstadt mit massiven Umsatzeinbußen rechnen. Sechs Prozent der gesamten Berliner Exporte gehen in das Land von Präsident Wladimir Putin, Berliner Firmen verkauften 2012 nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Waren und Dienstleistungen im Wert von 770 Millionen Euro in der russischen Föderation. Darunter vor allem Medikamente, Ausrüstung für die Energiewirtschaft, Maschinen und Fahrzeuge. Es sei wichtig, „mit größtmöglicher Verantwortung und zeitnah eine politische Lösung zu finden“, mahnte etwa Reinhard Uppenkamp, Chef der Berlin-Chemie AG. Sein Unternehmen setzt jedes Jahr 350 Millionen Euro in Russland um.

Auf der Krim blieb die Lage am Sonnabend angespannt. Bewaffnete stürmten eine weitere ukrainische Luftwaffenbasis auf der Halbinsel, feuerten Schüsse ab und hielten ukrainische Soldaten mit automatischen Gewehren in Schach. Zuvor hatten rund 200 prorussische Demonstranten eine ukrainische Luftwaffenbasis in Nowofedorowka im Westen der Krim gestürmt. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa brachte die internationale Beobachtermission auf den Weg.