Konjunktur

Berlins Wirtschaft wächst um zwei Prozent

Unternehmensverbände erwarten positive Entwicklung. Kritik an abschlagsfreier Rente mit 63

„Die Zahl der älteren Arbeitnehmer in Berlin und Brandenburg hat sich in den vergangenen Jahren von 53.000 vor zwölf Jahren auf 120.000 mehr als verdoppelt“, sagte UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck am Dienstag. Da vor allem im Osten viele Bürger sehr früh mit einer Erwerbskarriere begonnen hätten, kämen hier besonders viele Arbeitnehmer in den Genuss der abschlagsfreien Rente. „Wir gehen davon aus, dass 25 bis 50 Prozent der älteren Arbeitnehmer betroffen sind“, sagte Amsinck. Das stelle viele Unternehmen vor große Probleme.

Insgesamt sieht der UVB eine positive wirtschaftliche Entwicklung in Berlin. Auch in diesem Jahr werde das Wirtschaftswachstum in der Stadt über dem Bundesdurchschnitt liegen. Der UVB rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 bis 2 Prozent. Die größte Herausforderung stellt nach Ansicht des UVB-Chefs die fehlende Qualifikation der Langzeitarbeitslosen dar. Um den „Teufelskreis“ zu stoppen, fordert der Wirtschaftsverband mehr Investitionen in Bildung und Infrastruktur. Vor allem der Übergang von der Schule ins Berufsleben müsse besser gestaltet werden, damit nicht mehr junge Erwachsene ohne Schul- und Berufsausbildung direkt in die Langzeitarbeitslosigkeit fielen.