Absturz

Was geschah auf Flug MH370? Das FBI sucht nach Antworten

Unglück oder Terroranschlag – fünf Passagiere mit ungeklärter Identität an Bord. Wrackteile gesichtet

Nach dem mysteriösen Verschwinden eines malaysischen Passagierflugzeugs mit 239 Menschen an Bord mehren sich die Anzeichen für einen Anschlag. Die Behörden in Malaysia leiteten am Sonntag Terrorermittlungen ein. Sie stützten ihren Verdacht darauf, dass ersten Erkenntnissen zufolge beim Einchecken mindestens drei Insassen falsche Daten angaben.

Auch das FBI schaltete sich in die Untersuchung des Falls der über dem Golf von Thailand verschollenen Boeing 777 der Malaysia Airlines ein. Die amerikanische Bundespolizei geht insbesondere dem Verdacht nach, ein Terroranschlag könne den mutmaßlichen Absturz verursacht haben. Die Ermittler gleichen nach einem Bericht der „Los Angeles Times“ Videobänder mit US-Datenbanken zu Extremismus ab. Die USA schickten zudem ein weiteres Expertenteam nach Kuala Lumpur, das dabei helfen soll, das Verschwinden des Fluges MH370 zu klären. Die malaysischen Behörden schalteten außerdem ausländische Geheimdienste ein. Der dortige Verkehrs- und Verteidigungsminister Hishamuddin Hussein sagte jedoch, ein Anschlag sei eines von mehreren Szenarien. „Wir schauen in alle Richtungen. Und wir sollten jetzt nichts überstürzen. Zunächst konzentrieren wir uns darauf, das Flugzeug zu finden.“

In der Nacht zu Sonnabend war ohne vorangegangene Notsignale jeder Funkkontakt mit der Maschine abgerissen, die von Kuala Lumpur nach Peking fliegen sollte. Malaysia Airlines machte den Angehörigen keine Hoffnung mehr: „Wir befürchten das Schlimmste.“ An Bord waren 227 Fluggäste und zwölf Besatzungsmitglieder. Zwei Reisende waren mit gestohlenen Pässen von einem Italiener und einem Österreicher unterwegs, ein weiterer mit offenbar gefälschten chinesischen Papieren. Darüber hinaus untersuchen die Sicherheitsbehörden die Identitäten zweier weiterer Männer, bei denen es sich nach zunächst nicht bestätigten Meldungen um Ukrainer gehandelt haben könnte.

Die beiden gestohlenen Pässe waren von der internationalen Polizeibehörde Interpol registriert. Deren Generalsekretär Ronald K. Noble kritisierte die Sicherheitsbehörden und Fluggesellschaften zahlreicher Länder, die auf einen Datenabgleich bei Interpol verzichteten. Wenn Malaysia Airlines für eine Überprüfung der Daten der Insassen des Fluges MH370 gesorgt hätte, „müssten wir jetzt nicht spekulieren, ob die gestohlenen Pässe von Terroristen genutzt wurden“. Doch die gestohlenen Pässe könnten auch zur Erschleichung von Visa benutzt worden sein. Neben einem möglichen Anschlag kommt daher technisches oder menschliches Versagen als Absturzursache infrage.

Am Sonntagabend wurde bekannt, dass Suchtrupps möglicherweise ein Wrackteil der vermissten Boeing entdeckt haben. Eine vietnamesische Maschine sichtete einen Gegenstand, bei dem es sich um eine Tür des Flugzeugs handeln könnte. Der Gegenstand sei in dem Gebiet gesichtet worden, in dem bereits Ölspuren auf der Meeresoberfläche gesehen wurden.