Gelder

Professoren klagen gegen Charité

Wissenschaftler weisen Verantwortung in Geheimkonten-Skandal zurück

Um Verwendung und Kontrolle der pauschalen Zuschüsse für Forschungsprojekte an der Charité gibt es nicht nur Streit zwischen Gesamtvorstand und Fakultät, sondern auch innerhalb des universitären Teils der Klinik. Eine Gruppe von Professoren klagt dagegen, dass die Fakultätsleitung allein die Verfügungsgewalt über das Geld habe und der von Wissenschaftlern, sonstigen Mitarbeitern und Studenten gewählte Fakultätsrat nicht über die Ausgaben mitentscheiden dürfe. Dabei geht es um zweistellige Millionenbeträge, die über Jahre hinweg zum Teil angesammelt und zum Teil ausgegeben wurden. Wirtschaftsprüfer hatten bei ihrer Arbeit für den Jahresabschluss 2013 das außerhalb der regulären Buchhaltung des Universitätsklinikums geführte Parallelsystem mit mehr als 6000 verschiedenen Fonds entdeckt.

Die Fakultätsleitung sagt, sie habe „auf Basis der Abstimmung mit dem Fakultätsrat und seiner Haushaltskommission“ Ausgaben beschlossen. Dem widerspricht ein Professor. Die Fakultätsleitung habe seit 2010 dem Fakultätsrat die „Entscheidung und Kenntnis über diese Mittel entzogen und sie nach eigenem Gutdünken genutzt und verausgabt“, sagte Axel R. Pries, der das Institut für Physiologie leitet und seit Jahren im Fakultätsrat sitzt. Die Wissenschaftler trügen „keinerlei Verantwortung für die aktuell diskutierten Probleme bei der Verwendung von Drittmitteln an der Charité“.