Bühne

Deutsche Oper im Parkhaus

Wegen Sanierung schließt das Haus für ein halbes Jahr

Die Deutsche Oper wird die nächste Saison in ihrem Parkhaus eröffnen, wo fürs Publikum extra Hocker aufgestellt werden. Das ist aber keine lustige Idee der Opernmacher, sondern eine Zwangssituation: Das größte Opernhaus Berlins ist für ein halbes Jahr wegen Sanierungsarbeiten geschlossen, weil die Obermaschinerie komplett erneuert wird. Insgesamt werden 20MillionenEuro in verschiedenste technische Details verbaut. Damit reiht sich die Charlottenburger Oper ein in eine Liste wegen Sanierung geschlossener Kultureinrichtungen. Der peinlichste Fall ist die sich hinziehende Generalsanierung der Staatsoper Unter den Linden, die bereits 2010 geschlossen wurde und deren Wiederöffnungstermin nach wie vor nicht feststeht. Und deren Kosten weiter steigen. Inzwischen erstellt das Staatsopern-Ensemble um Stardirigent Daniel Barenboim im Schiller-Theater eine Übergangsspielzeit nach der anderen.

Aber auch die Berliner Museen, die ein Touristenmagnet sind, stecken in einer Baukrise. Vor allem den Freunden moderner Kunst stehen schlechte Zeiten bevor. Nicht nur wird die Neue Nationalgalerie, die Ikone für Werke des 20.Jahrhunderts, von Ende2014 an für eine mehrjährige Sanierung geschlossen. In der letzten Woche kündigte überraschend auch die Berlinische Galerie eine gut halbjährige Zwangspause an, weil in dem gerade mal vor zehn Jahren eröffneten Gebäude die Sprinkleranlage erneuert werden muss.

In der Deutschen Oper zeigt sich Intendant Dietmar Schwarz gelassen, auch wenn inzwischen eine der Baufirmen Insolvenz anmeldete und man umplanen musste. Die Sanierung läge im Zeitplan. Am 27.November soll der Spielbetrieb im großen Haus wieder aufgenommen werden. Und ein Sicherheitspuffer ist auch eingeplant. Die erste große Premiere mit sanierter Technik, angekündigt ist Schostakowitschs Oper „Lady Macbeth von Mzensk“, findet erst am 25.Januar2015 statt. „Wenn nicht“, so Schwarz, „das wäre eine Katastrophe“.