Gesundheit

Geheimkonten der Charité: Machtkampf im Vorstand

Über den Umgang mit den auf geheimen Konten lagernden Finanzreserven der Charité tobt innerhalb der Führung der Berliner Universitätsklinik ein erbitterter Konflikt.

Charité-Vorstandschef Karl Max Einhäupl und die Mehrheit des Vorstandes drängen auf Transparenz. Die Dekanin der Fakultät Annette Grüters-Kieslich verteidigt das System, in dem rund 40 Millionen Euro aus Spenden und so genannten Overhead-Pauschalen für Forschungsprojekte außerhalb der Konzernbilanz geführt werden. Die Wissenschaftler wollen verhindern, dass mit den Forschungsgeldern Defizite in der Krankenversorgung ausgeglichen werden. Der Morgenpost vorliegende Vorstandsprotokolle belegen, dass Einhäupl im November durchgesetzt hat, dass die Overhead-Verwaltung ins normale Konzern-Controlling einbezogen wird. Damit setzte sich der Vorstand über einen Beschluss des Fakultätsrates hinweg. Die Dekanin möchte zur Stützung ihrer Sicht auf die Dinge eigene Wirtschaftsprüfer anstellen. Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat ihr als Aufsichtsratschefin per Brief deutlich gemacht, dass sie auf diesen Alleingang verzichten solle.