Krise

EU hilft Ukraine mit elf Milliarden Euro

Hilfspaket soll Bankrott verhindern. UN-Gesandter auf der Krim bedroht

Im Ringen mit Russland um die Ukraine will die EU die prowestliche Regierung in Kiew durch überraschend hohe Milliardenhilfen vor der Staatspleite retten. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso stellte dem Land am Mittwoch Zuschüsse und Kredite in Höhe von elf Milliarden Euro für die kommenden Jahre in Aussicht. Die Ukraine-Krise bedeute eine echte Gefahr für den Frieden in Europa, sagte er zur Begründung.

Der UN-Sondergesandte Robert Serry geriet auf der Krim in eine Auseinandersetzung mit Bewaffneten. Zehn bis 15Männer hätten den Niederländer bedroht und zum Verlassen der Halbinsel aufgefordert, sagte der stellvertretende UN-Generalsekretär Jan Eliasson. Angesichts des russischen Eingreifens auf der Krim erhöhen die USA ihre militärische Unterstützung für Polen und die baltischen Staaten. Das kündigte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel an. Konkret nannte er eine Ausweitung der Übungen mit der polnischen Luftwaffe und eine größere Rolle des US-Militärs bei der Überwachung des baltischen Luftraums durch die Nato. Die Nato will ihre Zusammenarbeit mit Russland grundsätzlich auf den Prüfstand stellen. Das sagte Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Geplante Treffen mit Vertretern Moskaus würden ausgesetzt.

In Paris kamen die Außenminister der USA, Russlands, der Ukraine, Frankreichs und Großbritanniens zusammen. Allerdings lehnte der russische Außenminister Sergej Lawrow ein direktes Treffen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Andrej Deschtschiza ab. Lawrow verließ das Treffen am Abend. Vorerst gescheitert ist nach Angaben von Frank-Walter Steinmeier die Bildung einer Kontaktgruppe für die Ukraine.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte ihre Teilnahme am Politischen Aschemittwoch der CDU in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern) ab. Sie telefonierte nach Kreml-Angaben am Abend erneut mit Russlands Präsident Wladimir Putin.